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Ramadan - Fastenmonat in Tunesien

Termine Ramadan in Tunesien - Aid Al Fitr - Leben im Ramadan



Termine des Monats Ramadan in Tunesien

Die Monate im islamischen Kalender folgen der Beobachtung des Mondes duch den Menschen, aus diesem Grund ist keine feste Umrechnung von Terminen möglich (siehe dazu weiter unten), sondern nur eine ungefähre Schätzung.

Der islamische Monat Ramadan, während dem Muslime tagsüber fasten, begann im Jahre 2022 in Tunesien am 01.04.2020 (abends). Die wahrscheinlichen Daten für das Jahr 2022 lauten daher:

Ramadan in Tunesien 2023: 22.03. - 21.04.
 (jeweils Sonnenuntergang)
(erster Fastentag: 23.03.)
(Aid al Fitr-Fest: 22.04.)
Fastentage: 30

In jedem Jahr verschiebt sich der islamische Kalender etwa 11 Tage pro Jahr nach vorne (früher), so daß sich also diese wahrscheinlichen Zeiträume für die folgenden Jahre ergeben:
2024: ca. 12.03. - 10.04.
2025: ca. 02.03. - 31.03.

Der genaue Tag des Beginns (und damit auch des Endes) des Ramadan in Tunesien kann nicht vorhergesagt werden, da der Zeitpunkt vor Ort durch Mondbeobachtung festgelegt wird und insofern bis zu 2 Tage vor oder hinter dem erwarteten Datum liegen kann, in jedem Falle aber erst am Tage vor dem Beginn/Ende absolut feststeht (außer in den Ländern, zu denen auch Tunesien gehört, wo, eigentlich regelwidrig, astronomische Berechnungen verwendet werden oder ganz einfach die Regelung aus Saudi-Arabien oder der Türkei, wie z.B. in Deutschland, übernommen wird - aber dennoch wird auch in Tunesien Beginn und Ende des Ramadan erst am Vortag in einem Ritual "ganz überraschend" angekündigt).

Ein "Tag" im islamischen Kalender beginnt beim Sonnenuntergang und besteht aus der Nacht und dem folgenden Tag. Aus diesem Grund ist der erste Fastentag im westlichen Kalender der KalenderTAG nach dem Beginn des Ramadans (am Vorabend) und das Aid-Fest, findet am KalenderTAG nach dem Beginn des neuen Monats statt.

Ein "Monat" im islamischen Kalender beginnt stets an dem Abend, an dem die Mondsichel nach einem Neumond zum ersten Male gesehen werden kann.


Leben im Ramadan

Auch wenn heutzutage nicht mehr alle Muslime in Tunesien die traditionelle etwa 30tägige Fastenzeit der Muslime, den Ramadan, strikt befolgen (hinter verschlossenen Türen, nicht in der Öffentlichkeit!), so tut es doch immer noch die weit überwiegende Mehrzahl, und speziell die älteren Tunesier.

Im Ramadan in Tunesien ist daher damit zu rechnen, daß Geschäfte, Restaurants, Banken, etc. entweder ganz geschlossen sind oder nur für einige Stunden pro Tag, entweder morgens oder spätabends, geöffnet haben.
Die Behörden in Tunesien haben während des Ramadan durchweg nur am Morgen bis kurz nach Mittag geöffnet.

Zudem ist die Zahl und Arbeitsmoral der Angestellten in Tunesien im Ramadan gering bis sehr gering, so daß der Service in Tunesien zum Teil (noch!) erheblich schlechter ist, als während der restlichen Zeit des Jahres.

In den Touristenzonen Tunesiens sind die Restaurants, zumindest in den Hotels, meist auch tagsüber geöffnet.
  • Einige Tunesier lassen sich zu Schmähungen hinreißen, wenn sie Touristen dabei beobachten, daß sie während des Ramadan tagsüber trinken, essen oder rauchen. Handgreiflichkeiten sind dagegen eher unwahrscheinlich.
  • Die Waren in den Supermärkten Tunesiens sind teurer als normalerweise, weil traditionell am Abend (Sonnenuntergang) in fast jeder Familie ein besonders üppiges Abendessen zubereitet wird.
  • Da das Fasten bereits am frühen Morgen (Dämmerung) wieder beginnt, geht es nachts und am frühen Morgen auf den Straßen und in den tunesischen Häusern weitaus lebhafter zu, als sonst.
Mit der Zunahme von Gruppen islamischer Prägung nach dem Aufstand zu Beginn des Jahres 2011 und der Aufhebung des Verbotes islamischer Parteien in Tunesien kam es seitdem im Ramadan, speziell abseits der Touristenzonen, zu gelegentlichen Störungen durch die Mitglieder dieser Gruppen, weil sich Personen oder Geschäftsinhaber angeblich nicht an die Regeln des Ramadan hielten.
  • In einigen Städten, sogar teilweise auch in Touristenzonen, wurden z.B. Restaurationsbetriebe daraufhin tagsüber geschlossen, und zwar auch für Touristen. Im Jahre 2017 waren davon z.B. Cafes in Sidi Bou Said betroffen.
  • Verschiedene Kulturfeste während des Ramadans wurden von Salafisten gestört, so daß die Künstler nicht auftreten konnten. Die Begründung dafür war, daß musikalische Darbietungen nicht stattfinden dürfen und/oder, daß bestimmten Themen in dieser Zeit nicht angesprochen werden dürfen.
  • In allen Flugzeugen der tunesischen Gesellschaft TunisAir, die oft von europäischen Fluggesellschaften gechartert werden, wurde ab dem Jahre 2012 während des Ramadan für jeden Fluggast der Genuß von Alkohol verboten.

Das Aid Al Fitr-Fest findet am ersten Tag des auf den Monat Ramadan folgenden Monats "Shawwal" statt und stellt den Abschluß der Fastenzeit dar. Dieser Tag ist ein Feiertag, an dem so gut wie sämtliche Geschäfte geschlossen und die Schüler schulfrei haben und die tunesische Familie den Tag gemeinsam begeht. Auch an den beiden folgenden Tagen können noch einzelne Geschäfte geschlossen sein.


Insgesamt gesehen sollten nur diejenigen Touristen während des Ramadan das Land Tunesien zum Urlaub aufsuchen, die bereit ist, die speziellen Restriktionen und Atmosphäre des Ramadan zu akzeptieren!

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