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Sicherheit in Tunesien -  alte Hinweise (bis 2010)
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Der Text auf dieser Seite gibt den Zustand bis zum Aufstand Ende 2010 wieder.

Hier finden Sie den Artikel über die aktuelle Sicherheitslage in Tunesien.


Tunesien ist zwar nach der Verfassung ein demokratischer Staat, doch tatsächlich ist es eher eine präsidiale Oligarchie, in der der Präsident ultimativ die Geschicke des Staates bestimmt, sich dazu jedoch eines Geflechtes von ihm verbundenen Personen und Institutionen bedient.

Wie in solchen Systemen üblich, bestehen umfangreiche Überwachungs- und Kontrollstrukturen, die bis in die Lebensbereiche der einzelnen Bürger hineinreichen und die sich nach außen durch hohe Polizeipräsenz, akribische Informationssammlung, häufige Personen- und Fahrzeugkontrollen und eine strenge Überwachung oppositioneller Kräfte und z.B. von Journalisten ausdrücken.

Speziell in Touristengebieten sind Polizeibeamte allgegenwärtig - sie stehen an fast jeder Straßenkreuzung zur Fahrzeugkontrolle (uniformiert), vor jeder Diskothek (in Zivil) zur Kontrolle tunesischer Gäste, und sie führen Kontrollgänge (zivil und uniformiert) an Stränden und in Touristenzonen durch. Zudem gibt es noch eine Anzahl zum Polizeiapparat gehörender Personen, die in Zivil "in der Menge" unterwegs sind.

Da Tourismus der Hauptwirtschaftszweig in Tunesien ist, wird besonders darauf geachtet, daß keine Belästigungen von und Angriffe auf Touristen stattfinden, etwaige Strafen dafür sind vergleichsweise drakonisch und bieten einen hohen Abschreckungseffekt.

Als Ergebnis sind die Touristenzonen extrem "sicher", was jedoch nicht heißt, daß es hier nicht in der Menge zu Handtaschendiebstählen oder Betrügereien in Geschäften kommen könnte.
Tätliche Angriffe auf Leib und Leben sind jedoch nicht zu befürchten, es sei denn, man provoziert sie (Schlägereien, etc.).

Die Mord- und Vergewaltigungsrate an Touristen ist zwar verschwindend gering, doch beides kommt dennoch vereinzelt vor.
Speziell nachts in unbeleuchteten und einsamen Gegenden, auch in der Touristenzone, ist natürlich eine gesunde Vorsicht geboten - doch das dürfte in fast allen Gebieten in Europa bzw. der Welt ebenso sein.

Man sollte daher auf nächtliche Strandspaziergänge und einsame Bergwanderungen ebenso verzichten, wie auf Sauftouren in Kneipengegenden, die nur von Einheimischen aufgesucht werden, auf das Mitführen von Handtaschen verzichten (stattdessen Bauchtasche, Gürteltasche, Innentaschen von Jacken verwenden) - und weder teuren Schmuck, noch große Geldbeträge mit sich führen.

Der Sicherheitsstandard in Tunesien ist sehr hoch, sogar höher als in vielen europäischen Regionen. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

Ein spezielles Problem ist der Alkoholmißbrauch tunesischer Männer. Zwar hat dies ein weit geringeres Ausmaß als in europäischen Ländern, doch dafür ist die "Trinkfestigkeit" auch wesentlich geringer, die soziale Akzeptanz unter Einheimischen ist zudem sehr gering bis nicht vorhanden.

Als gutgemeinten Rat sollte man sich generell von Personen und Gruppen fernhalten, die dem Alkohol über sehr geringe Mengen (1-2 Gläser) hinaus zusprechen.

Besonders Vergewaltigungen und Körperverletzungen werden erfahrungsgemäß auch in Tunesien oft unter Alkoholeinfluß begangen.

Nepp/Betrug an Touristen in Tunesien ist, wie generell in vielen Urlaubsländern, in den Touristengebieten "normal".
Hier geht es in erster Linie darum, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen vom Touristen einen Geldbetrag zu erbitten oder zu erschwindeln.

Fälle von versuchtem oder ausgeführtem Heiratsschwindel oder "Bezness in Tunesien", meist gegenüber europäischen Frauen, sind aus Tunesien wohlbekannt.

Ein gesundes Mißtrauen und Distanz gegenüber Flirtversuchen und Liebesschwüren, sowie generell gegenüber allen Hilfebitten und vorgeschlagenen "preisgünstigen Gelegenheiten" ist dringend angeraten!

"Auf dem Land" ist die Polizeiüberwachung subtiler und weniger nach außen sichtbar.
Speziell hier sind traditonelle soziale Kontrollmechanismen auch noch in Takt, so daß quasi die Gemeinschaft auf etwaige Vergehen sofort reagiert.

Überland-Reisen in Tunesien sind daher besonders sicher, solange sie im Landesinneren stattfinden.

In der Grenzzone nach Algerien (Westen und Süden Tunesiens) besteht allerdings eine erhebliche Gefahr von Entführungen (für Lösegeld).

Ganz besonders Fahrten und Wanderungen in den unwirtlichen Gebirgs- und Wüstengebieten in den Grenzgebieten des Südens und Westens sollten generell unterbleiben, auch in Gruppen!

Die üblicherweise in den Hotels angebotenen Pauschal-Touristenausflüge in den Süden Tunesiens sind davon übrigens nicht betroffen - diese Ausflüge führen nicht durch gefährdete Gebiete.

Spezielle Kriminalität, die sich gegen Touristen-Kinder richtet (Entführungen, usw.) ist nicht vorhanden - im Gegenteil werden Kinder durch so gut wie alle tunesischen Erwachsenen im Auge gehalten.

Das überall anzutreffende "Herzen" und Ansprechen von ihnen unbekannten Kindern durch Tunesier (Frauen und Männer) ist völlig normal und Bestandteil der nationalen Kultur.
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