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Einkaufen und Handeln in Tunesien

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Einkaufen in Tunesien

Neben den überall anzutreffenden „Tante Emma“-Läden (dort "Hanut" genannt) gibt es in Tunesien in den größeren Städten auch mehr oder weniger große Supermärkte, die Namen wie "General Magasin", „Monoprix", "Bonprix", "Carrefour Market" oder "Promogro" tragen.

In allen Supermärkten in Tunesien gibt es volle Regale, die aber oft dadurch entstehen, daß derselbe Artikel ein paar hundertmal in die Regale gestellt wird – die Auswahl ist also geringer, als es zunächst erscheint.

Importierte Esswaren sind in Tunesien eher selten und meist nur zu hohen Preisen erhältlich, das betrifft insbesondere Käse und Schweinefleischprodukte.

Im Großen und Ganzen jedoch wird auch derjenige, der sich selbst verpflegt, eine ausreichende Auswahl von Zutaten für abwechslungsreiche Gerichte in Tunesien finden, auch wenn er den aus Europa gewohnten Speiseplan hier und dort ein wenig umstellen muß.
Waren wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Schafs-, Rind-, Hühnerfleisch und Fisch sind immer und überall erhältlich.

Liebhaber pflanzlicher Kost finden in Tunesien reichhaltige Angebote von frischem Gemüse und Obst, das meist aus "biologischem" Anbau (also nicht aus Treibhäusern) stammt und oft deutlich geschmacksvoller ist, als das, was es in Europa meist aus Treibhäusern zu kaufen gibt. Wie die Waren gedüngt, vor Schädlingen geschützt und eventuell haltbar gemacht werden, ist dagegen ein ganz anderes Thema.

Die günstigen Preise von einst sind heute allerdings vielfach Vergangenheit, es ist nicht ungewöhnlich, daß Frisch-Waren in Tunesien mehr kosten, als dieselbe oder bessere Qualität in deutschen Geschäften, einige dieser Waren sind aber, zumindest zur Erntezeit, noch nach wie vor preiswerter zu erhalten.

An Getränken gibt es überall stilles Mineralwasser (oft auch mit Kohlensäure), Fruchtsäfte, H-Milch, Coca-Cola und Fanta.

Alkoholische Getränke sind in Tunesien unverhältnismäßig teuer, insbesondere, wenn es sich um Importware handelt. Sie sind nur in speziellen Läden erhältlich (üblicherweise, außer Freitags, im "General Magasin"). Dort gibt es insbesondere Bier (tunesisches), Gin, Whisky, Liköre, Wodka und Weine (tunesische in rot, weiß und rosa).


Handeln in Tunesien

In Reiseprospekten wird vielfach dazu aufgefordert, in Tunesien speziell im Basar (Medina, Souk) mit den Verkäufern zu handeln, weil dies "der arabischen Mentalität entspricht und den Händlern Spaß macht".

Leider ist dies nur eine sorgsam gepflegte Legende, denn die Wirklichkeit sieht anders aus.

Jeder Einheimische kennt genau den Preis einer Ware in seinem Heimatgebiet und wird bei einem Geschäft genau diesen Preis anbieten, bzw. der Händler nennt ihm genau diesen Preis, und zwar ohne jedes "Handeln".
Doch sobald ein Händler erkennt, daß eine Person nicht "einheimisch" ist (was bei Touristen leicht zu sehen ist), wird er einen Preis verlangen, der drei-, fünf- und zehnfach höher liegt.

Im Verlauf des "Handelns" läßt er dann den Preis erheblich nach, so daß der Tourist glaubt, ein gutes Geschäft gemacht zu haben - doch tatsächlich zahlt er immer noch doppelt oder dreimal so viel, als es der korrekte Preis geboten hätte.

Beim "Handeln" steht das Ergebnis also immer bereits von vornherein fest: Der Käufer zahlt mehr, als die Ware wert ist, und der „Spaß“ des Händlers besteht regelmäßig nicht in der Aktion des Handelns, sondern in der Freude über den Profit.

Alleine beim Kauf mehrerer Gegenstände, bei Zusatzleistungen wie Transport und Installation gibt es wirklich ein "Handeln" - ansonsten aber verläuft der Einkauf bei Einheimischen sehr unspektakulär, ebenso wie der Einkauf eines Deutschen in einem deutschen Geschäft.

Hilfreich ist es, dort einzukaufen, wo auch tunesische Einheimische einkaufen, und noch hilfreicher ist es, zumindest etwas arabisch zu verstehen - so daß man es nämlich hören kann, welchen Preis der Einheimische bezahlt hat, bzw. welcher Preis ihm genannt wurde. Das gilt ganz besonders für Einkäufe auf den Wochenmärkten ("Souks").

Es gibt in Tunesien auch diverse Touristenshops, in denen "feste" Preise an den Waren sind.
Das ist gewiß ein Fortschritt gegenüber der Mehrzahl der Geschäfte, in denen Preise gar nicht erst ausgezeichnet sind, doch selbst in den "Festpreisläden" ist Obacht geboten, denn diese Festpreise sind allein für Touristen gemacht (wie gesagt: Einheimische kennen die üblichen Preise genau und brauchen die Auszeichnungen nicht).

In typischen Souvenirshops wird man Einheimische ohnehin niemals einkaufen gehen sehen - denn die dort angebotenen billigen Souvenirs brauchen bzw. kaufen nur Touristen.


Belästigungen

In den letzten Jahren beklagen sich Touristen immer öfter über die zunehmende Aggressivität der Händler in Tunesien, von denen man nicht selten verfolgt oder in den Laden geschoben/gezogen wird.

Auch ein "Nein" oder Stillschweigen wird von ihnen als Einladung für noch stärkere Dampfplauderei oder gar unfreundliche Kommentare (oft auf arabisch, so daß ein Tourist sie nicht versteht) verstanden.

Man darf sich davon nicht beeindrucken lassen, sollte sich aber ungebetene Körperkontakte unbedingt bestimmt und mit ärgerlichem Gesichtsausdruck verbitten.

Läßt ein Händler überhaupt nicht locker, so ruft man ihn mit lauter, ärgerlicher Stimme zur Ordnung, welche Sprache man dabei verwendet, ist egal, es kommt lediglich darauf an, daß öffentliche Aufmerksamkeit erregt wird.

Derselbe Tip gilt auch für Belästigungen von Frauen - je lauter und eindeutiger eine Ablehnung stattfindet, desto wirksamer ist sie und desto schneller wird sie befolgt.

Siehe auch:

Waren und Goldschmuck in Tunesien





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