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Im Januar des Jahres 2011 kam es in Tunesien zu einem Umsturz, der die alten Machthaber des Landes von ihren Posten vertrieb.
Über die noch bis Ende 2010 anzutreffende Sicherheitslage in Tunesien siehe diesen Artikel über Sicherheit in Tunesien bis 2010.


Zum Ende des Jahres 2011 stellt sich die Lage nunmehr so dar:

In ganz Tunesien kommt es zu Demonstrationen und Streiks, die manchmal auch gewalttätig werden und mehrere Tage andauern können. Es gilt in ganz Tunesien weiterhin der Ausnahmezustand und das Militär ist auf den Straßen.

Die Polizei ist kräftemäßig überfordert, weil zum einen viele Polizisten aus Angst vor Rache und Verantwortung für Korruption nicht zum Dienst erscheinen und zum anderen Polizisten und Führungskräfte, die dem alten Regime nahestanden oder der Korruption bezichtigt wurden, entlassen wurden.

Speziell in den Touristenzonen, namentlich in den Städten
Sousse und Hammam-Sousse, Hammamet und Nabeul, Monastir und Monastir-Skanes, Mahdia, Port El Kantaoui, Zarzis und auf der gesamten Insel Djerba, gibt es allerdings nach wie vor (zumindest n den Saison-Monaten Juli-September) eine relativ hohe Polizeipräsenz, so daß sich Urlauber, die sich dort aufhalten, zumindest vor körperlichen Angriffen weitgehend sicher fühlen können.
ACHTUNG! Allerdings kommt es auch hier zu vielen Fällen von Kleinkriminalität, was speziell Diebstahl, Raub auf offener Straße und Trickbetrug betrifft! Besondere Umsicht ist geboten!

Die meisten Reiseveranstalter bitten ihre Kunden entsprechend, die Hotelanlagen oder die unmittelbar angrenzenden Zonen nicht zu verlassen. Viele der sonst üblichen Besichtigungstouren in verschiedene Gegenden von Tunesien sind derzeit noch ausgesetzt.
Verschiedene Hotels und Veranstalter haben wegen der schlechten Lage geschlossen oder bieten nur einen reduzierten Leistungsumfang. Im Jahr 2011 ist die Anzahl der Touristen um etwa 50% zurückgegangen.


Anders sieht es dagegen abseits der Touristenzonen aus, ganz besonders aber im Landesinneren. Dort kann man unter Umständen, meist nachts, auf bewaffnete Gruppen von Randalierern und/oder Dieben treffen. Diese Gruppen richten ihre Aktionen zwar nicht gegen Touristen - doch sie werden, falls sie zufällig auf Touristen treffen, nicht zurückschrecken.
Dementsprechend rät der Autor dieses Artikels davon ab, Ausflüge ins Landesinnere zu unternehmen, ganz besonders welche auf eigene Faust.


Hinzu kommen verschiedene Protestaktionen, meist Streiks, die dann den öffentlichen Verkehr oder andere Infrastrukturen lahmlegen - oder die sich plötzlich und unverhofft zu einem Tumult entwickeln können.
Beide Situationen sollten Touristen unbedingt vermeiden.

In den großen Städten wie Tunis und Sfax, aber auch in anderen Städten und Gebieten ist es zwar weitgehend ruhig, doch es können gelegentlich Tumulte ausbrechen und Streiks stattfinden, in Tunis auch mit hohen Teilnehmerzahlen.

Touristen, die Tunesien noch nicht mehrfach besucht haben und bereits Erfahrungen mit Landessprache und Mentalität gesammelt haben, sollten von Ausflügen oder Aufenthalten in diesen Städten absehen.
Speziell nachts in unbeleuchteten und einsamen Gegenden Tunesiens, doch auch in der Touristenzone und auf dem Hotelgelände, ist natürlich stets eine gesunde Vorsicht geboten - doch das dürfte in fast allen Gebieten in Europa bzw. der Welt ebenso sein.

Diebstähle und Überfälle, auch verbunden mit Körperverletzung oder (selten) Mord kommen in Tunesien ebenfalls vor - auch wenn dies mit Rücksicht auf die Tourismusindustrie nur selten in der Presse thematisiert wird.

Man sollte daher in Tunesien auf nächtliche Strandspaziergänge und einsame Bergwanderungen ebenso verzichten, wie auf Sauftouren in Kneipengegenden, die nur von Einheimischen aufgesucht werden, auf das Mitführen von Handtaschen und Rucksäcken verzichten (stattdessen Bauchtasche, Gürteltasche, Innentaschen von Jacken verwenden) - und weder teuren Schmuck, noch Telefone, Fotoapparate etc. oder gar große Geldbeträge mit sich führen.

Ein spezielles Problem ist der Alkoholmißbrauch tunesischer Männer. Zwar hat dies ein weit geringeres Ausmaß als in europäischen Ländern, doch dafür ist die "Trinkfestigkeit" auch wesentlich geringer, die soziale Akzeptanz unter Einheimischen ist zudem sehr gering bis nicht vorhanden.

Als gutgemeinten Rat sollte man sich generell von Personen und Gruppen fernhalten, die dem Alkohol über sehr geringe Mengen (1-2 Gläser) hinaus zusprechen.

Besonders Vergewaltigungen, Körperverletzungen und Überfälle werden erfahrungsgemäß auch in Tunesien oft unter Alkoholeinfluß begangen.
Dasselbe gilt für übrigens auch für Personen, die Drogen einnehmen. Das ist in Tunesien zwar selten, doch es kommt durchaus vor, obwohl es streng bestraft wird.


Nepp/Betrug an Touristen in Tunesien ist, wie generell in vielen Urlaubsländern, in den Touristengebieten "normal".
Hier geht es in erster Linie darum, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen vom Touristen einen Geldbetrag zu erbitten oder zu erschwindeln.


Fälle von versuchtem oder ausgeführtem Heiratsschwindel oder "Bezness in Tunesien", meist gegenüber europäischen Frauen, sind aus Tunesien wohlbekannt.

Ein gesundes Mißtrauen und Distanz gegenüber Flirtversuchen und Liebesschwüren, sowie generell gegenüber allen Hilfebitten und vorgeschlagenen "preisgünstigen Gelegenheiten" ist dringend angeraten!


Spezielle Kriminalität, die sich gegen Touristen-Kinder richtet (Entführungen, usw.) ist in Tunesien nicht vorhanden - im Gegenteil werden Kinder durch so gut wie alle tunesischen Erwachsenen im Auge gehalten.
Das überall anzutreffende "Herzen" und Ansprechen von ihnen unbekannten Kindern durch Tunesier (Frauen und Männer) ist völlig normal und Bestandteil der nationalen Kultur.
Aktuelle Sicherheitshinweise:

1) Bitte beachten Sie unbedingt die aktuellen Reisewarnungen Ihrer Regierung zu Tunesien und lesen/fragen Sie vor dem Urlaub über die tagaktuellen Entwicklungen in unserem Tunesien Tourist Forum!

2) Falls sie unsicher sind und Tunesien noch nicht oft besucht haben, achten Sie genau auf die Sicherheits-Hinweise der Reiseleitung. Bleiben Sie nach Möglichkeit auf dem Hotelgelände oder in der unmittelbaren Umgebung der Hotels, und zwar dort, wo sich auch andere Touristen aufhalten.

3) Führen Sie, auch als erfahrener Tunesien-Urlauber, insbesondere keine unbegleiteten Touren ins Landesinnere oder weiter als bis zur Nachbarstadt durch. Selbst begleitete Touren sind zeitweise nicht möglich (Reiseleitung fragen). Fahren Sie nicht nachts unbegleitet überland und halten Sie nur dort an, wo sie einen absolut guten Eindruck von "Sicherheit" haben!
(unbegleitet = ohne  männliche, tunesischsprachige Begleitung)

4) Wenn Sie sich dazu entschließen, das Hotelgelände unbegleitet zu verlassen, dann beachten Sie die Hinweise, die Sie auf dieser Seite hier finden - Diebstähle, Betrügereien, Alkoholmißbrauch und dergleichen sind nach dem Umsturz dieselben, wie auch vorher.
Die Polizeipräsenz ist jedoch, verglichen mit früher, gering bis sehr gering, dafür gibt es jetzt auch Militär im öffentlichen Raum. Anweisungen der Polizei und des Militärs müssen tunlichst befolgt werden! Beachten Sie, daß in Tunesien nach wie vor der "Ausnahmezustand" gilt (z.B. mit Verbot von Gruppenbildung im öffentlichen Raum - halten Sie sich daher speziell von allen Gruppen Einheimischer, die protestieren oder demonstrieren, fern). Es kann kurzfristig auch zu nächtlichen Ausgangssperren kommen, speziell in den Gegenden von Tunis und Gafsa; diese müssen von Touristen natürlich ebenfalls beachtet werden!


In der Grenzzone nach Algerien (Westen und Süden Tunesiens) besteht eine erhebliche Gefahr von Entführungen (für Lösegeld).
Ganz besonders Fahrten und Wanderungen in den unwirtlichen Gebirgs- und Wüstengebieten in den Grenzgebieten des Südens und Westens sollten generell unterbleiben, auch in Gruppen!

Die üblicherweise in den tunesischen Hotels angebotenen Pauschal - Touristenausflüge in den Süden Tunesiens sind davon übrigens nicht betroffen - diese Ausflüge führen nicht durch die oben bezeichneten, gefährdeten Gebiete.


Durch die Kämpfe im Nachbarland Libyen sind auch die Grenzgebiete zu diesem Land (also der Südosten Tunesiens) nicht sicher und sollten gemieden werden.



Hier finden Sie eine Gefährdungskarte, die wir aufgrund der aktuellen Lage in Tunesien erstellt haben und bei Bedarf aktualisieren:


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