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Stromnetz in Tunesien

Das Stromnetz in Tunesien wird, ähnlich wie in Deutschland, mit 220+ Volt und 50 Hertz betrieben.

Das Stromnetz wird weitgehend mit Überland- und Freileitungen realisiert und im Detail können, speziell bei Haus- und Gartenanschlüssen und Anschlüssen innerhalb von Gebäuden, abenteuerliche Verkabelungen beobachtet werden, denen man sicherheitshalber nicht zu nahe kommen sollte.

Das Netz in Tunesien an sich ist relativ zuverlässig und hat zumindest in den großen Städten nur wenige Ausfallzeiten (z.B. nach einem Unwetter).
Nennenswerte Stromschwankungen sind eher selten, sensible Geräte sollten aber dennoch vorsorglich über Sicherheitsvorrichtungen abgesichert werden (z.B. eine unterbrechungsfreie Stromversorgung).

Strom ist, obwohl er in Tunesien billiger als in Deutschland und dort nur etwa halb so viel kostet, für tunesische Verhältnisse ziemlich teuer.

Aus diesem Grunde verzichten viele Tunesier weitgehend auf den nicht unbedingt notwendigen Einsatz von elektrischen Geräten.

Dies führt dazu, daß nicht nur die Hausleitungen, sondern auch die Sicherungen in den meisten Fällen unterdimensioniert sind und der gleichzeitige Betrieb mehrerer größerer Geräte (z.B. Elektroherd und Waschmaschine), und manchmal sogar der alleinige Betrieb eines einzigen größeren Gerätes (Klimaanlage) nicht, bzw. nur kurzzeitig möglich ist.

Gefahren

Wie im nebenstehenden Artikel über Stecker und Steckdosen beschrieben wurde, kann beim Berühren des Gehäuses nicht doppelt geschirmter Geräte (z.B. sind Computer oder Unterhaltungselektronik üblicherweise nicht doppelt geschirmt) für prädisponierte Personen Lebensgefahr bestehen!

Man sollte daher auf das Anfassen von Metallteilen (und auch Steckern/Steckdosen, die aus den Geräten kommen, wenn man z.B. zwei Geräte miteinander verbindet!) verzichten bzw. größte Vorsicht walten lassen.

Dies gilt generell für alle Privathäuser in Tunesien, doch auch in Hotels ist es nicht sicher, daß geerdete Steckdosen oder Hausleitungen vorhanden sind.

Wenn man eine Steckdose sieht, die nur zwei Löcher, doch keinen Pin hat, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß diese nicht geerdet ist.

Zwar gibt es in Tunesien auch Sicherungs-Schutzschalter (FI), doch ist deren Einsatz eher selten und meist auch nur auf bestimmte Räume (z.B. Badezimmer) beschränkt.

Der weitgehende Verzicht auf Erdung hat noch eine andere Wirkung, nämlich die, daß die in Deutschland bekannten "Schutzstecker", die z.B. im Falle eines Blitzeinschlages das eingesteckte Gerät durch sofortige Unterbrechung des Stromkreises schützen sollen, nur sehr eingeschränkt benutzbar bzw. sogar funktionslos sind.

Vor dem Hintergrund der oft fehlenden bzw. funktionsfreien Blitzableiter auf Gebäuden und des hohen Anteiles der Freilandleitungen in Tunesien ist daher das "Ausstecken" aller Geräte bei einem heranziehenden Gewitter bzw. bei längerer Abwesenheit unbedingt zu empfehlen.
Und das gilt natürlich auch für das Telefon/Modem, denn falls der Blitz in die Telefonleitung einschlägt, kann nicht nur das Telefon, sondern auch alle damit verbundenen Geräte eine Überspannung abbekommen.
Stecker und Steckdosen

In Tunesien werden die französischen / belgischen Steckverbindungen des Typ E verwendet.
Obwohl die prinzipiell mit deutschen Steckern und Steckdosen verwendet werden können, gilt dies nicht immer.

Tunesische Stecker und Steckdose
Typ E Stecker und Steckdose
Tunesischer Stecker und Steckdose
mit Erdungspin (Typ E)

Zu beachten ist, daß sich bei tunesischen Steckdosen ein Pin in der Steckdose befindet, der für die Erdung zuständig ist, während in deutschen Steckdosen die Erdung über zwei seitliche Kontakte realisiert wird:

Deutsche Stecker und Steckdose
Typ F Stecker und Steckdose
Deutscher Stecker und Steckdose
mit seitlicher Erdung (Typ F)

Mittlerweile werden in Deutschland zwar meist Stecker verwendet, die nicht nur die seitlichen Erdungsmöglichkeiten (Typ F) haben, sondern auch noch ein Loch zur Aufnahme des Pins (Typ E) aufweisen, doch dies gilt nicht immer.

Hat man zum Beispiel einen Stecker, der kein Loch hat, dann kann er nicht in die tunesischen Pin-Steckdosen eingesteckt werden.

Abhilfe bietet dann die Verwendung einer ein Deutschland gekauften Verlängerungs- bzw. Verteilungssteckdose, weil deren Stecker meist ein Loch haben und die Steckdosen darauf dann deutschem Standard entsprechend.

Umgekehrt kann es ebenfalls passieren, daß ein tunesischer Stecker nicht in eine deutsche Steckdose paßt, weil er rund ist und keine Aussparungen an der Seite für die Erdung besitzt. Da hilft dann nur eine Verlängerungs- bzw. Verteilungssteckdose, die man in Tunesien kauft.

Da in Tunesien die Sicherheitsvorschriften für Installationen um einiges lockerer sind, als in Deutschland, besteht (und das gilt auch nur für relativ neue Installationen) nur für das Badezimmer und die Küche die Vorschrift, daß geerdete Steckdosen vorhanden sein müssen bzw. die Installation überhaupt mit 3 Kabeln ausgeführt sein muß.
Man kann auch z.B. auf eine Steckdose mit Erdung treffen, an die aber dahinter nur 2 Kabel angeschlossen sind.

Für alle Steckdosen in Tunesien gilt daher, daß man sich auf deren Erdung nicht verlassen kann und demzufolge beim Anschluß eines nicht doppelt geschützten Gerätes, bei der Berührung des Gehäuses (Metallteile), ganz besonders für Kinder und Herzkranke, LEBENSGEFAHR besteht!

Zudem besteht auch für alle Geräte Überspannungsgefahr, z.B. im Falle eines Blitzeinschlages, weil Schutzstecker nur eingeschänkten Schutz bieten.
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