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Tunesien verfügt mindestens in den Großstädten über Hospitäler, deren Ausstattung auf europäischem Niveau liegt und in denen Ärzte arbeiten, die zumindest einige Semester in Europa studiert haben.

Speziell „Privatkliniken“ bieten eine Qualität, die man aus Europa gewohnt ist, wenn auch zu einem höheren Preis als die staatlichen Hospitäler.

Die meisten Europäer haben ein ungutes Gefühl, wenn sie die gegenüber Europa geringere Hygiene bei Ärzten in Krankenhäusern in Tunesien sehen - doch in der Realität stellt dies nur eine unbedeutende Gefahr dar. Es stellt sich zudem die Frage, ob die Hygiene in Tunesien wirklich viel zu niedrig, oder die in Europa übertrieben zu hoch ist.

Tunesien verfügt über mehrere hochqualitative (private) Kliniken für Dialyse, doch auch über Praxen bzw. Kliniken für Augenlaserbehandlung und Chirurgie (Schönheitschirurgie), wobei bei den letzteren die Preise beträchtlich unter denen der meisten europäischen Länder liegen und es daher durchaus erwägenswert ist, einen derartigen Eingriff in Tunesien vornehmen zu lassen.

Die Lebenserwartung in Tunesien liegt für Männer und Frauen bei 70 und mehr Jahren und ist insofern zwar mit einigen, aber nicht mit allen europäischen Ländern vergleichbar. Die Kindersterblichkeit in Tunesien ist relativ niedrig.
Beim Aufsuchen eines Arztes muß der Behandlungspreis stets sofort entrichtet werden.
Je nach Praxis  (Krankenhaus, Klinik, Hospital, Fachgebiet) sind das zwischen 10 und 40 Dinar, also etwa 5-20 Euro, und dies schließt dann auch einfache Methoden mit ein (EKG, Röntgenbilder etc.).
In etwa derselbe Preis gilt beim Zahnarzt, wobei hier noch eventuell Kosten für Material (Füllungen etc.) hinzukommen.
Eine Notfall-Visite (Hotel, Apartment) liegt in derselben Größenordnung. Alle Ärzte sprechen französisch und arabisch, die meisten auch englisch und einige deutsch.

In den Apotheken müssen Medikamente stets in bar bezahlt werden, gegenüber z.B. Deutschland liegen die Preise für die üblichen Medikamente meist niedriger und können oft auch ohne Rezept gekauft werden (z.B. Antibiotika, Kontrazeptiva).

Spezialmedikamente sind in Tunesien u.U. nicht verfügbar und sollten daher nach Tunesien mitgebracht werden (z.B. Krebsmittel, usw.), ebenso Medikamente auf die eine Person „eingestellt“ ist und die es in Tunesien nicht in identischer Form gibt.

Bei einer Reise nach Tunesien ist in jedem Falle der Abschluß einer privaten Reisekrankenversicherung zu empfehlen, da die Privathonorare unter Umständen von der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland nicht vollständig getragen werden.


Generell ist der Genuß von Leitungswasser in Tunesien unbedenklich, auch wenn der hohe Chlorgehalt gewöhnungsbedürftig ist (in Tunesien wird dem Leitungswasser übrigens auch Fluor beigefügt).
In den großen Städten und Touristenzonen Tunesiens kommt es nur in Ausnahmefällen zu einer Erkrankung wegen des Trinkens von Leitungswasser.
Für einen typischen Urlaubsaufenthalt in Tunesien werden keine besonderen Vorkehrungen in Bezug auf Impfungen benötigt. Selbst bei Langzeiturlaubern, die sich in den Touristenzonen aufhalten, sind Impfungen für Tunesien meist nicht notwendig.

Es besteht in Tunesien allerdings grundsätzlich jederzeit die Gefahr der Erkrankung an Gelbfieber (Hepatitis), Malaria, Tetanus, Meningitis / Gehirnhautentzündung (Zecken) und diverser Erkrankungen des Magen-Darmtraktes, je nach dem, wo man sich aufhält, und wie und welche Nahrung man zu sich nimmt.

Im Landesinneren Tunesiens besteht darüber hinaus die Gefahr von Schlangenbissen und Skorpionstichen (zum Teil lebensgefährlich). In den Touristenzonen ist es dagegen eher unwahrscheinlich, diese Tiere auch nur zu sehen.

Die häufigste Touristenkrankheit ist in Tunesien die Magenverstimmungen, die in den meisten Fällen durch den Genuß zu kalter Getränke hervorgerufen wird (jedoch werden sie vom Urlauber meist auf andere Ursachen, wie "fremde" Essenszutaten oder verdorbene Nahrung, geschoben) – als Richtlinie sollte man sich während des Sommers weitgehend von Getränken fernhalten, die kälter als 10-15 Grad serviert werden bzw. sie vor dem Genuß erst etwas „warm werden“ lassen.

Auf den Genuß offener Eierprodukte (Mayonnaise, etc.) sollte man möglichst ganz verzichten.
Konservierungsmittel in Tunesien sind zum Teil für Europäer etwas gewöhnungsbedürftig und können leichte Magenverstimmungen auslösen, beispielsweise bei Milch, Kakao und eingelegtem Gemüse.

Schließlich kann (und wird) die bei fast allen Speisen in Tunesien verwendete Pfeffersauce "Harissa“ Magenprobleme hervorrufen, man sollte sie gegebenenfalls nur sparsam oder gar nicht verwenden (lassen), auch wenn dies meist auf Unverständnis stößt.

Übrigens haben Tunesier dieselben Magenprobleme wie Europäer, für sie gehört es aber sozusagen „dazu“ und ist normal.
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