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| Die Saison in Tunesien, Urlaub und Touristen in Tunesien | |||||||
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In Tunesien gibt es nur eine Hochsaison, und die beginnt am 1.Juli und dauert bis zum 31.August eines Jahres. Nur wenige Hotels, Apartmentvermieter und Autovermietungen in Tunesien beginnen die Saison zwei Wochen vorher und/oder lassen sie zwei Wochen später enden. Zwar gibt es während der restlichen Zeit des Jahres noch weitere Zeiträume, die von (meist nordafrikanischen, aus den Nachbarländern Libyen und Algerien) Touristen bevorzugt werden, doch weder die Preise, noch die Hotelbelegungszahlen, sind dieselben, wie in der Hochsaison. Zeiträume, in denen in Tunesien noch mit Touristenandrang zu rechnen ist, sind Weihnachten/Neujahr und die Zeit um Ostern herum (wegen traditioneller Urlaubszeit der Tunesier und Osterferien der Europäer), sowie die Tage um die beiden "Aid"-Feste. Im Jahre 2012 sind das etwa Anfang August und Mitte Oktober, in den Jahren danach finden diese -beweglichen- Feste jeweils ca. 10 Tage/Jahr früher statt. Außerhalb der Hochsaison gibt es in Tunesien im allgemeinen keine Probleme, unangemeldet und an Anhieb eine Unterkunft und Mietwagen zu finden.
Touristen sind seit vielen Jahren eine wichtige Einnahmequelle des Landes Tunesien, der Tourismus trägt aber nur zu 15% zu den Einnahmen des Landes bei (etwa genauso viel Geld, wie von den Tunesiern, die im Ausland leben, nach Hause gesendet wird). In drei großen Touristenzentren, der Region Sousse, der Region Hammamet und der Region Djerba finden sich Hunderte Hotels, Tausende Restaurants und Zehntausende Shops, deren Beschäftigte alle vom Tourismus leben. Hinzu kommen noch kleinere Touristenregionen, wie Port El Kantaoui, Bizerte und Tabarka und ausgesprochene Ausflugsziele, wie Kairouan, Tozeur, El Jem und viele andere mehr. Die Hauptstadt Tunesiens, Tunis, ist zwar eher ein Ausflugsziel als eine Touristenstadt, doch eine Vielzahl ausländischer Firmen und Botschaften sorgen auch hier für einen großen Anteil ausländischer Besucher. Anders als in anderen Ländern gibt es in Tunesien keinen homogenen Tourismus, denn es treffen hauptsächlich unterschiedliche Gruppen aufeinander:
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Die weit überwiegende Anzahl der Touristen in Tunesien ist dabei nicht wirklich am tieferen Kennenlernen von Land und Leuten interessiert, sondern bevorzugt einen preisgünstigen Aufenthalt in einem klimatisch ansprechenden Land. Kurzbesuche mit Reisegruppen zu Sehenswürdigkeiten und das Flanieren über die Straßen der Touristenzentren in Tunesien sind die Aktivitäten, die fast ausschließlich stattfinden. Entsprechend gering sind die Landeskenntnisse über Tunesien, die der nicht-tunesische Urlauber selbst nach mehrfachen Aufenthalten gewinnt, und entsprechend sind auch die Urteile, die aus den Besuchen resultieren und oftmals dem tatsächlichen Verhältnisse diametral entgegengesetzt sind und mehr Wunsch denn Wirklichkeit darstellen. Anders als in vielen anderen Ländern gibt es in Tunesien kein großes Zuneigungs-Spektrum – entweder jemand haßt Tunesien ("nie wieder") oder liebt es ("bald wieder"). Zwischentöne hört man nur in seltenen Fällen, und dies ist sogar ziemlich unabhängig von der Region in Tunesien, in der der Urlaub verbracht wurde. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Touristen aus Osteuropa in Tunesien beständig an, und in bestimmten Hotels stellen sie, oft im Frühjahr, zuweilen auch die Mehrheit der Besucher dar. Auch wenn viele dieser Touristen in den Hotels untergebracht werden, die andere europäische Urlauber ablehnen (maximal 2 Sterne, strandfern, etc.), sind auch in den teuersten Hotels, speziell in den Regionen um Sousse und Hammamet, viele Betten von ihnen belegt. |
Abgesehen
davon, daß sich viele dieser Touristen in etwa so verhalten,
wie
sich z.B. deutsche während der 60er in Italien (oder noch heute
nahe Ballermann auf Mallorca verhalten) und mit dem Geld
ebenso
knausern, wie die nordafrikanische Touristen, sind viele Vor-Urteile
gegen
sie unberechtigt. Weder schrauben viele Russen in den Hotelzimmern in Tunesien alles ab, was nicht angeschweißt ist, noch fliegen viele Russinen nur ein, um dem horizontalen Gewerbe nachzugehen - so etwas gab bzw. gibt es zwar, doch, wie in vielen Fällen, übertragen sich hier anekdotische Einzelfälle, die man irgendwo gehört hat, auf eine ganze Volksgruppe. Wünschenswert wären vielleicht weniger gut durchgemischte Urlaubergruppen in den Hotels Tunesiens, so daß die verschiedenen Kulturen nicht so unmittelbar und fast überall aufeinandertreffen und die Hotels sich mehr auf die eine oder andere einstellen könnten, doch im Großen und Ganzen funktioniert es gut. Abschließend sei noch hinzugefügt, daß Tunesien zumindest in den letzten Jahren nicht mehr und nicht weniger als ein "Billigreiseland" ist, das vorwiegend von den europäischen Touristen aufgesucht wird, deren Urlaubskasse keine höherpreisigen Ziele zuläßt, oder die hier ihren 3. oder 4. Jahres(kurz)urlaub verbringen. Die Anzahl von europäischen Dauer- oder Langzeiturlaubern in Tunesien ist wesentlich geringer als z.B. in Italien oder Spanien. Der durchschnittliche Tourist gibt in Tunesien mit ca. 200 Euro/Urlaub nur halb so viel Geld aus, wie in Ägypten und sogar nur ein Drittel von dem, was er in Marokko ausgibt. Er bleibt dazu etwa 5-6 Tage lang in Tunesien (ca. 35 Millionen Übernachtungen bei 7 Millionen Touristen pro Jahr). Seit dem Jahre 2012 will der tunesische Tourismusminister "hochwertigem" Tourismus (= Touristen, die im Land mehr Geld ausgeben) eine größere Bedeutung geben und propagiert besonders Golfurlaub und Wellness-Urlaub, sowie den Besuch der historischen Stätten Tunesiens. Auch Urlauber aus dem asiatischen Raum und dem Mittleren Osten sollen verstärkt angesprochen werden.
Neben den Touristen gibt es in Tunesien noch eine kleine Gruppe von Personen, die sich selbst als "Reisende" bezeichnen. Sie besuchen ein Land nicht, um dort Erholung und Zerstreuung zu suchen, sondern um das Land mitsamt seiner Gesellschaft kennenzulernen, eine (auch längere) Zeit in ihr zu leben und die Denk- und Lebensweise zu verstehen. Dies bedeutet nicht automatisch, daß ein Reisender das Land "liebt", sondern nur, daß er es so interessant findet, daß er darüber tiefreichende Informationen aus "erster Hand" erlangen möchte.
Auswanderer sind diejenigen Personen aus den Gruppen der Touristen und Reisenden, die sich für einen dauerhaften Aufenthalt in Tunesien entscheiden. Vorausgesetzt, daß sich der Auswanderer aus eigenen Kräften finanzieren kann, sind Auswanderer in Tunesien von der Regierung gerne gesehen. Auswanderer, die ihren Lebensunterhalt in Tunesien durch lohnabhängige Arbeit bestreiten wollen, werden dagegen nicht unterstützt oder ermutigt und sind, um es kraß auszudrücken, eher nicht willkommen. |
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